Haben Fakten wirklich immer Bestand?

Fledermäuse - Wissen und Forschung im Zuge des Klimawandels

Eine Einladung zum Vortrag des AK Fledermausschutz Aachen, Düren, Euskirchen

(NABU/BUND/LNU)


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Braunes Langohr (Foto: NABU/Otto Schäfer)

Manche Menschen glauben, dass Fakten immer Bestand haben. Aber ist das so? Als Fledermausforscher haben wir gelernt, dass nicht alles was gestern galt, auch heute noch stimmt.

Nein, wir zweifeln nicht an den Forschungsarbeiten unserer hoch geschätzten Vorgänger. Vielmehr sind wir erstaunt, was sie vor Jahrzehnten schon alles zu Tage gefördert haben, ohne die heute hoch ausgerüstete Technik zu haben.

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Fledermausdetektor (Foto: NABU/Dietmar Nill)

Die Pioniere der Fledermausforschung, die Anfang des 20. Jahrhunderts Ultraschall entdeckten und damit den Nachweis von Fledermäusen revolutionierten, genießen unsere volle Bewunderung. Gleichzeitig wird klar, dass die Erforschung der Artengruppe durch das wesentlich häufigere Auftreten der Fledermäuse im Allgemeinen etwas einfacher war. Dies gilt auch für die letzten Jahrzehnte im Kreis Düren. Konnte man vor 20 Jahren noch abends den Kreis durchstreifen und in jedem Ort Fledermäuse feststellen, gilt das heute nicht mehr. Leider lassen sich aufgrund solcher „gefühlter“ Beobachtungen keine handfesten Daten aufbauen. Heute steht uns aber erschwingliches technisches Zubehör höchster Qualität zur Verfügung, schnellauslösende Wildtierkameras mit Infrarottechnik und sogenannte Horchboxen (Batdetektoren im Dauereinsatz). Sie zeigen uns unbestechlich, dass sich die Fakten im Artenschutz mit dem Klimawandel ändern, genauso wie unser Leben. Wer hätte sich vor wenigen Jahrzehnten schon getraut im Dezember kurzärmelig herumzulaufen und das tagelang?

Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz Schmittmann hat uns dabei unterstützt neue Wissensbausteine für Maßnahmen zum Fledermausschutz zu sammeln. Denn wichtig ist die Schaffung neuer geeigneter Quartiere für Fledermäuse, wenn weiterhin durch Baumaßnahmen andere Quartiere unwiederbringlich zerstört werden? Dank der Stiftung Umwelt- und Naturschutz Schmittmann konnte der Arbeitskreis Fledermausschutz in einem dreijährigen Projekt, technisch hochgerüstet, die Belegung eines neu entstandenen Winterquartiers, ein ausgegrabener Bunker des letzten Weltkriegs in Ginnick mit einem uns bekanntes Bestandswinterquartier, ein Schlosskeller in Burgau, vergleichen.

links: Schloss Burgau/rechts: Bunker in Ginnick (Fotos: Holger Körber)

Natürlich waren die Erwartungen hoch, wenn man glaubt eine Fledermaus würde innerhalb von drei Jahren ein neues angebotenes Quartier erkunden oder gar als Quartier verwenden. Die Chancen standen aber wegen der umgebenden Wälder und den dort bekannten Fledermäusen gut.

Trotzdem startet man in ein solches Projekt, das immer auf den guten Willen der Besitzerseite angewiesen ist, immer mit großer Ungewissheit. Zu unserem Glück hatten wir in der Stadt Düren und auch der Stiftung Umwelt- und Naturschutz Schmittmann kompetente und tolerante Partner, die bereitwillig das Projekt unterstützten.

Eine zweite Hürde ist und bleibt die Technik. Die Herausforderung an jedes elektronische Gerät ist die durchgehende ganzjährige Laufzeit in einem Winterquartier, das, wie der Name bei Fledermäusen vermuten lässt, im Winter kalt und extrem feucht ist. Nicht alle Teile der Elektronik lassen sich wasserdicht verpacken, wenn die Kamera in den Raum schauen und ein Mikrophon akustische Aufnahmen registrieren soll. Natürlich war auch nicht klar, was bei Gewitter oder Starkregen passieren würde. Ob die Gehäuse wirklich allen Widrigkeit perfekt standhalten würden? Dank eines Anschlusses an das Stromnetz, war die Stromversorgung grundsätzlich jedenfalls gesichert (so glaubten wir jedenfalls).

Letztendlich bleibt eine dritte Unsicherheit, eine vor der jeder Fledermausforschende steht. Er erzeugt eventuell riesige Datenmengen, wenn Störgeräusche die akustische Anlage auslösen, ohne dass eine Fledermaus da ist und unter diesen Störgeräuschen dann die Auslösung durch eine Fledermaus herauszufiltern, ist eine Aufgabe für den Computer, die bis heute noch nicht wirklich perfekt gelöst ist, wie wir Ihnen zeigen werden.


Tauchen Sie mit uns ein in die Unterwelten der Fledermäuse!

Lassen Sie sich mit unserem Vortrag in die Unterwelten der Fledermäuse mitnehmen. Wir zeigen Ihnen, was Fledermausforschung bedeutet. Gleichzeitig werden wir Ihnen erzählen, ob wir in drei Jahren wirklich erfolgreich waren.

Wir laden Sie ganz herzlich am 15. Oktober 2026 um 19:30 Uhr ins Hotel Mariaweiler Hof zu unserem Vortrag „Untersuchung zu Quartieransprüchen in unterirdischen Quartieren von Fledermäusen“ ein.