Eine gern gesehene Tradition im NABU ist das Festhalten von besonderen Sichtungen. Egal, ob Exkursion, Monatsversammlung oder eben in diesem Jahresbericht, so macht es uns Naturbegeisterten immer eine besondere Freude, wenn in unserer Region eine seltene, neue oder unbekannte Art gesichtet werden kann. Auch im Jahr 2025 waren wieder tolle Funde dabei, die ich nun kurz zusammenfassen möchte.

Inzwischen kann man ja mit Wildtierkameras spannende und erstaunliche Nachweise erbringen. Zuletzt waren es nach 2024 wieder viele Meldungen von Waschbären, die sich immer weiter in Kreis ausbreiten und eine enorme Gefahr für viele heimische Arten mit sich bringen. Besonders die Amphibien leiden unter dem neuen „Jäger“, was wir an unseren Zahlen der gesammelten Amphibien an den Schutzzäunen in den letzten Jahren immer wieder sehen müssen.

Durch Wildkameras haben wir erneut kurze Foto- und Videosequenzen von Wildkatzen aus dem Hürtgenwald und dessen Randbereichen erhalten. Zur sicheren Bestimmung leiten wir diese Fundmeldungen immer an die Wildkatzenexperten weiter, um die Verwechslung mit einer Hauskatze auszuschließen. Viele dieser Meldungen wären ohne die technische Unterstützung wie zum Beispiel durch Wildkameras gar nicht zu machen.

In diesem Jahr haben wir an geeigneten Stellen an der Rur im Nordkreis fünf Gänsesägernistkästen angebracht, was für uns ein Novum war. Ulli Bergrath hatte sich über den Bau dieser Spezialkästen kundig gemacht und so wurden im Winter diese an geeignete Stellen mit Schutz vor Waschbären postiert. Bisher hat zwar noch kein Gänsesäger darin gebrütet, aber immerhin wurde ein Kasten schon vom Steinkauz als Nistplatz genutzt. Es gab aber auch in diesem Jahr wieder vermehrt Gänsesägersichtungen in der Brutzeit, sodass wir hoffen, dass die Kästen bald angenommen werden.

Die Asiatische Hornisse, die große Schäden unter den Bienenvölkern anrichten kann, wurde uns in 2025 sehr viel häufiger gemeldet. Die Fundmeldungen leiten wir immer noch an die Untere Naturschutzbehörde weiter, die allerdings aufgrund einer anderen Einstufung keine Nester mehr entfernen lässt. Nun muss der Privatbesitzer selber einen Schädlingsbekämpfer be-auftragen, wenn das Nest entfernt werden muss. Asiatische Hornissen bauen ihr großes eiförmiges Nest meist hoch in den Baumkronen in Höhen von 6 bis 15 Metern. Neben den Nestern fallen auch die Hornissen immer häufiger im eigenen Garten auf, wenn sie beispielsweise an Blüten umherfliegen und nach Beute suchen.
Erfreulich ist die Meldung von Ringelnattersichtungen im Kreis. Auch in 2025 erhielten wir viele Hinweise von Gartenbesitzern und Spaziergängern, die eine Schlange gesichtet haben. Die oft anfängliche Panik können wir immer schnell widerlegen, indem wir über die Art aufklären. In fast allen Fällen sind es Ringelnattern bzw. Barren-Ringelnattern, die uns gemeldet werden. Die zweite vorkommende Schlangenart im Kreis Düren, die Schlingnatter, ist so gut wie nie dabei. Auch sie ist völlig harmlos. Oftmals kommen die Ringelnattern in der Nähe der Rur in die Gärten, wenn dort ein Gartenteich ist. Dort suchen sie nach Amphibien als Nahrung. Auch außerhalb der Rurschiene gab es in diesem Jahr eine Meldung aus dem Bereich des Neffelbaches, was sehr positiv zu bewerten ist. Glücklicherweise breitet sich die Ringelnatter wieder aus.
links: Ringelnatter (Foto: Achim Schumacher)
rechts: Barren-Ringelnattern (Foto: Jürgen Reincke/NABU-KL)

Ab etwa August konnten wir uns über sehr viele neue Funde der Gottesanbeterin freuen, die sowohl nun sowohl aus dem Süd- als auch aus dem Nordkreis regelmäßig gemeldet wird. Diesen Neubürger gibt es bei uns noch nicht lange und er ist im Biotop erst einmal gut getarnt. Sie lauert in krautigen Pflanzen oder in Trockenrasen auf andere Insekten und ist ab August als adultes Tier zu finden. Mit ihren knapp sieben cm Körperlänge ist die Gottesanbeterin ein imposantes Insekt, welches vollkommen ungefährlich ist. Sicherlich ein faszinierender neuer Gast, den es durch die Klimaerwärmung immer weiter in den Norden treiben wird. Die meisten Meldungen kommen immer noch aus Gärten, aber auch Meldungen aus der Drover Heide oder der rekultivierten Inde häufen sich.

Von Juli bis Ende September wurde der Fischadler wieder regelmäßig im Nordkreis an der Rur-Inde-Mündung, dem Barmener See oder den Rurverlauf ab Jülich gemeldet. Dies zeigt, dass die Rur und die umliegenden Gewässer ein wichtiger Rastplatz auf dem Zug nach Süden darstellen. Es gibt auch schon Vermutungen, dass sich der Fischadler dauerhaft bei uns etablieren könnte. Deshalb überlegen wir auch, an geeigneten Stellen mit der Unteren Naturschutzbehörde Nestplattformen anzulegen.