Waldböden im Kreis Düren unter Druck

Warum wir sie schützen müssen


Anlässlich des Weltbodentags am 05.12.2025 erreichte uns eine Anfrage von Radio Rur mit folgenden Fragestellungen:

  • Warum geraten die Waldböden auch im Kreis Düren zunehmend unter Druck?
  • Welcher Waldboden im Kreis Düren ist besonders betroffen?
  • Warum sind Waldböden so wichtig?

 

Diese haben wir wie folgt beantwortet:

Sehr geehrtes Team vom Radio Rur,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage.

 

Tatsächlich sind auch die Wälder und Waldböden im Kreis Düren unter Druck. Insbesondere im Hürtgenwald und in der Rureifel sind große Waldflächen dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Dieser hatte „leichtes Spiel“, weil die Trockenheit der Jahre 2018 – 2021 dazu geführt hat, dass die Bäume nicht in der Lage waren, ihre Schutzschicht aus Harz zu bilden. Die Käfer konnten so ungehindert in die namensgebende Borke eindringen, dort Brutgänge anlegen und so die Wasser- und Nährstoffleitbahnen der Bäume zerstören.

 

Die Folge war, dass die befallenen Bäume gefällt und aus dem Wald entfernt werden mussten. Damit lagen die Böden längere Zeit frei und waren damit der Erosion ausgesetzt. Inzwischen wurde und wird an vielen Fällen wieder aufgeforstet. Für die Fällung und die Neupflanzung werden die Böden mit schweren Maschinen befahren und dabei verdichtet. Das führt dazu, dass die Böden ihre Versickerungsfähigkeit verlieren, und Wasser und Nährstoffe nur noch schlecht in den Boden gelangen können.

 

Böden haben viele Aufgaben und ohne sie würde unser Ökosystem nicht funktionieren. Intakte Böden sind ein Hotspot der Artenvielfalt und Ursprung fast aller unserer Lebensmittel. Sie schützen uns vor Überschwemmungen und Dürren und das Grundwasser vor Schadstoffen. Unversiegelte Böden wirken durch die Fähigkeit zur Verdunstung wie eine Klimaanlage. Und nicht zuletzt speichern Böden große Mengen Kohlenstoff – insbesondere im Humus. Und an dieser Stelle wird die besondere Bedeutung des Waldbodens deutlich.

 

Humus ist der organische Bestandteil des Bodens. Er entsteht, weil große und kleine Bodenbewohner wie Bakterien, Pilze, Springschwänze und Würmer organisches Material ab- und umbauen. Allerdings haben die Böden weltweit bereits einen großen Teil ihres Humusgehalts verloren. Die Gründe sind vielfältig. Am radikalsten wirkt sich Flächenversiegelung durch Straßen- oder Gebäudebau aus, aber auch die intensive Landwirtschaft sorgt für einen Verlust an Humus. Böden weltweit haben bereits einen sehr großen Teil ihres Humusgehalts verloren. Das Umwelt Bundesamt berichtet allerdings, dass die Humusvorräte in den deutschen Waldböden zwischen 1992 und 2021 angestiegen sind (FW-R-3: Humusvorrat in Waldböden | Umweltbundesamt). Ein guter Grund, Waldböden zu schützen, zu erhalten und wiederherzustellen. Intakte Waldökosysteme leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Artenschutz.

 

Mit dem heutigen Weltbodentag soll die Bedeutung unserer Böden hervorgehoben und für Bodenschutz geworben werden. Er soll der Bewusstseinsbildung für Böden und ihre Funktionen im Naturhaushalt dienen.

Das Kuratorium Boden des Jahres, bestehend aus der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, dem Bundesverband Boden sowie dem Ingenieurtechnischen Verband für Altlastenmanagement und Flächenrecycling , kürt in jedem Jahr einen Boden des Jahres. Für das Jahr 2026 hat der „Archivboden“ das Rennen gemacht: www.boden-des-jahres.de.

 

 

Näheres zum Thema Böden können Sie auch auf unserer Webseite nachlesen: Boden - die stille Welt unter unseren Füßen - NABU Kreisverband Düren e.V. ).

 

Viele Grüße