Viele Mitglieder kennen noch aus der Jugend das Lied von der Vogelhochzeit, wo dem Wiedehopf eine Strophe gewidmet ist. „Der Wiedehopf der Wiedehopf der schenkt der Braut den Blumentopf“. Der Wiedehopf (Upupa epops) war im 19. Jahrhundert ein gebietsweise häufiger Vogel, ist heute jedoch gefährdet in Deutschland. Weil ihm Nahrung und Lebensräume fehlen, gibt es nur noch 800 bis 950 Brutpaare. Mitte der 1990er-Jahre wurden nicht einmal 300 Brutpaare gezählt.

Der Wiedehopf mag halboffene bis offene und trockene Lebensräume mit lockerer Vegetation. Dazu zählen Heidelandschaften und Trockenhänge ebenso wie Streuobstwiesen. Auch Truppenübungsplätze können Ersatzlebensräume sein. Er liebt warme Regionen, weshalb er normalerweise nur in bestimmten Regionen in Deutschland, wie zum Beispiel dem Kaiserstuhl in Baden-Württemberg, vorkommt. Allerdings haben wir im Jahr 2025 einige Wiedehopf-Sichtungen in unserem Dürener Kreisgebiet gemeldet bekommen. Deshalb haben wir uns entschlossen diesem außergewöhnlichen Vogel einen geeigneten Brutplatz anzubieten. Ein Schäfer war damit einverstanden einen Nistkasten auf seiner Schafwiese zu installieren, weit ab von menschlichem Lärm. Es wäre schön diesen seltenen Gast, der nun durch den Klimawandel beeinflusst, auch in unseren Breiten anzutreffen ist, eine Heimat für sein Brutgeschäft zu bieten.
Nistkasten für den Wiedehopf (Foto: Ulli Bergrath)
Falls Sie sich über das niedrige Einflugloch des Nistkastens wundern: dieses muss in einer Höhe von ca. 50 cm über dem Boden angebracht sein, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass der Star als als dominanterer Brutkonkurrent in den Nistkasten einzieht und den Wiedehopf vertreibt. Auch wenn die Höhe von 50 cm ab Boden niedrig erscheint, bedeutet das dennoch keine Gefahr für den Wiedehopf, der auch Stinkvogel genannt wird. Bei Gefahr scheiden Weibchen und Jungvögel ein übelriechendes Sekret aus einer Drüse über den Schwanzansatz aus und schrecken damit potentielle, natürliche Feinde wie z.B. Marder, Fuchs usw. ab und vertreiben sie.
Die markante Haube mit den Scheitelfedern richtet der Wiedehopf häufig dann auf, wenn er gerade gelandet ist und bei der Balz.
Als Insektenfresser stehen auf seinem Speiseplan vor allem größere Insekten und deren Larven. Er frisst gerne Käfer, Maulwurfsgrillen, Heuschrecken und Schmetterlingsraupen. Auch Regenwürmer, Spinnen und kleine Eidechsen lässt er sich hin und wieder schmecken.
Tipps zum Schutz des Wiedehopfs:
Es scheint, als kehre der Wiedehopf zurück nach NRW. Seit einigen Jahren mehren sich Anzeichen einer Rückkehr. Im April erreichen den NABU immer wieder Meldungen von Wiedehopfbeobachtungen aus Gärten. Dort macht er auf seinem Zug nach Norden aus den Winterquartieren kurz Pause und stochert auf kurzem Rasen nach Nahrung.
Der NABU bittet um Meldung gesichteter Wiedehopfe in NRW. mehr