Das hätte ich ja nicht gedacht. Nun ist doch das Rebhuhn zum Vogel des Jahres 2026 mit deutlichem Vorsprung zu den anderen vorgeschlagenen vier Kandidaten, die vom NABU vorgeschlagen wurden, mit großer Mehrheit gewählt worden. Warum war ich für das Rebhuhn?

Rebhuhnkette bleibt bis zum Winter zusammen
Vor etwa sechzig Jahren bin ich mit den Eltern oft an Feldern nahe der Waldränder am Hambacher Forst oder in der Eifel spazieren gegangen. Oft sah man Rebhühnerfamilien (sogenannte Kette), die aufgeschreckt mit den markanten Rufen der Männchen sich aus dem Staub machten. Das hab ich mit großem Interesse immer beobachtet.
Einbruch der Rebhuhnpopulation durch Veränderungen der Agrarlandschaft
Die Beobachtungen macht man heutzutage nicht mehr. Die Populationen der Rebhühner sind auch im Kreis Düren stark eingebrochen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Landschaft im Kreis stark verändert. Die Felder sind durch Flurbereinigungen deutlich größer geworden. Die riesigen Monokulturen mit dem Einsatz der dafür verwendeten Pestizide steigern die Erträge. Damit fehlt jedoch die engere Verknüpfung kleinerer Ackerflächen mit unterschiedlichem Nahrungsangebot für die relativ kleinen Hühnervögel. Zusätzlich fehlen Wegränder zwischen den immer größer werdenden Feldern sowie Brachflächen mit vielen unterschiedlichen Pflanzen mit Früchten und Samen für die Rebhühner.
links: Monotoner Getreideschlag ohne Rebhühner (Foto: NABU/Ingo Ludwichowski)
rechts: Beispiel für eine Agrarlandschaft, die dem Rebhuhn einen Lebensraum bietet (Foto: Hermann Hirsch)

Familienplanung mit Hindernissen
Die Küken benötigen viel Protein für ihr Wachstum. Die Insekten dafür fehlen schon seit vielen Jahren. Die Weibchen legen bis zu 20 Eier in gut versteckte Bodennester. Wo können sie die Nester heutzutage noch verstecken? Brachflächen sind selten und Wildblumenstreifen, für die es Fördergelder gibt, sind sehr eng. Da haben Beutegreifer, wie Füchse oder Waschbären, es sehr leicht, ein Nest zu finden und es auszurauben. Da ist zu verstehen, dass man es als Rebhuhn recht schwer für sich und die Familie hat.

Mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft!
Damit könnte man das Rebhuhn und die anderen bedrohten Feldvögel wieder in ihrem Bestand fördern. Vor allem mehr große Brachflächen für erfolgreiche Bruten auf dem Boden mit einer extensiveren Bewirtschaftung helfen dann nicht nur dem Rebhuhn. Auch der Verzicht auf Pestizide und eine angepasste Düngung fördern die Vielfalt von Insekten und Wildkräutern – und damit die Nahrung für Alt- und Jungvögel. Das wird sich sicher so bald nicht ändern. Da bleibt die Frage: Wie sollen die Leute heute noch etwas schützen was sie nicht kennen?
Weitere Informationen zum Rebhuhn finden Sie auf der Webseite des NABU-Bundesverbandes.