Igelschredder weiter auf dem Vormarsch

Rasenroboter werden zur Todesfalle

„Eine Situation wie in diesem Jahr habe ich in 15 Jahren beim Naturschutz noch nicht erlebt!“, sagte Achim Schumacher vom NABU Kreisverband Düren. Damit meint er die Meldungen an verletzten Igeln, die seit März 2020 beim NABU eingegangen sind. Inzwischen dürften es über 100 teils schwer verletzte Igel sein, die gemeldet wurden.

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Verletzer Igel (Foto: Manuela Sohns)

Was ist die Ursache?

Aufgrund der Verletzungen, die meist als Schnittverletzung zu erkennen sind, schließen wir auf die neuartigen Rasenroboter, die in den letzten Jahren zunehmend Einzug in die Privatgärten gefunden haben. Auch Freischneider mit Schnur oder Messer kommen in Frage. Besonders dann, wenn unter Hecken freigeschnitten wird, ohne sich vorher zu vergewissern, ob sich dort Tiere befinden. Bei den Rasenrobotern spitzt sich die Situation besonders dann zu, wenn sie nachts betrieben werden. Nachtaktive Tiere, wie z.B. Igel oder Amphibien, werden dann zu den Opfern dieser Geräte. Die uns gemeldeten Tiere weisen oftmals tiefe Schnittverletzungen auf. Aber auch abgetrennte Beine und Füße, teilweise auch halb abgetrennte Gesichter sind keine Seltenheit. auf. „Der Anblick ist oft schwer zu ertragen, besonders, wenn schon Maden aus den Wunden krabbeln“, sagt Achim Schumacher.

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Verletzter Igel (Foto: Manuela Sohns)

Freiwillige Hilfe!

Zum Glück haben wir einige ehrenamtliche Aktive im Kreis, die sich aufopferungsvoll um die verletzten Igel kümmern. Deren Kapazitäten sind allerdings schon länger erschöpft. Auch die finanziellen Mittel, die für die Pflege eingesetzt werden müssen, sind teilweise nicht mehr zu tragen. Wir können daher so gut wie keine Igel mehr vermitteln, nur, wenn wieder Plätze frei werden.

 

Wie kann die Situation verändert werden?

Wenn auch Sie einen Mähroboter haben, setzen Sie ihn bitte nachts nicht mehr ein. Auch bei Verwendung von Freischneidern mit Schnur oder Messer passen Sie bitte an Hecken auf, dass kein Igel sein Nest im Bodenbereich hat. Kontrollieren Sie vor dem Einsatz auf Igel und Igelnester, damit es nicht weiterhin zu solch dramatischen und schlimmen Verletzungen kommt. Meist ist einem solch verletzten Igel nicht mehr zu helfen und er muss eingeschläfert werden.

Wir setzen uns  in der Öffentlichkeit dafür ein, dass Mähroboter nachts nicht mehr betrieben werden dürfen und nach technischen Möglichkeiten mit Bio-Sensoren versorgt werden sollen, die Tiere oder auch Kinderhände erkennen und dann sofort stoppen.


Möchten Sie den ehrenamtlichen Igelhelfern helfen, spenden Sie uns einen kleinen Betrag auf unser Spendenkonto und wir leiten ihn für die Anschaffung von Futtermitteln, Errichtung von Auswilderungsboxen oder für Tierarztkosten weiter. Wenn Sie selber einen kleinen Igelpflegling bei sich im naturnahen Garten auswildern möchten, nehmen Sie bitte ebenfalls mit uns Kontakt auf.


Nachstehende Links bieten weiterführende Informationen dazu, wie Sie verletzte oder schwache Igel und andere Wildtiere erkennen und was Sie tun können, um den Tieren zu helfen. Sie finden auch Kontaktdaten und Anlaufstellen, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Wildtierschutz Deutschland e.V.

Pro Igel e.V.

Igel-Notnetz

Liste von Igel- und Wildtierpflegestellen