Der Arbeitskreis Fledermausschutz in 2018

von Dr. Henrike und Holger Körber

Der Arbeitskreis Fledermausschutz hat derzeit insgesamt 16 Mitarbeiter in den drei Kreisgebieten Düren, Euskirchen und Aachen. Wir übernehmen z.B. gemeinschaftlich die Pflege von gefundenen Fledermäusen. Die Anzahl an verletzten Alttieren und verlassenen Jungtieren nimmt etwa seit drei Jahren stetig zu und lag 2018 bei 20 Pfleglingen und weitaus mehr Meldungen (verstorbene Individuen bzw. tödlich verletzte Tiere). Die Tiere kommen zunehmend geschwächt aus dem Winterschlaf und sind deshalb stärker gefährdet. Ob das Insektensterben eine Ursache dafür ist, oder der Klimawandel, bleibt bisher Spekulation.

Großes Mausohr Arbeitskreis Fledermausschutz NABU Düren
Großes Mausohr (Foto: NABU/Otto Schäfer)

Schwerpunkte der praktischen „Freiland“arbeit liegen im Winter in den Kontrollen unterirdischer Quartiere, z.B. der Zitadelle Jülich, Bunkern, Bergwerken, sowie der Reinigung großer Wochenstuben. Im Sommer stehen u.a. die Zählung und Betreuung der Großen Mausohr-Wochenstuben an. Leider verzeichnet die Wochenstube in Düren einen Rückgang um 85%. Große Mausohren sind eine FFH-Anhang 2 Art in ungünstigem Erhaltungszustand, für die wir aktiv Schutzmaßnahmen erbringen müssen. Der Auslöser für den Rückgang muss dringend gefunden werden, um die Wochenstube zu retten.

links (bzw. bei Darstellung auf mobilen Endgeräten: oben): Graues Langohr (Foto: Dietmar Nill)

rechts (bzw. bei Darstellung auf mobilen Endgeräten: unten): Breitflügelfledermaus (NABU/Eric Neuling)

Unsere Mitarbeiterin Anja Weinhold betreut seit Jahren ein lokales Kirchenprojekt in Kreuzau - seit diesem Jahr mit neuen Mitstreiterinnen. Sie beobachtet Wochenstuben von Grauen Langohren, die als vom Aussterben bedroht (= Rote Liste 1 NRW) klassifiziert sind. Die Grauen Langohren haben im Kreis Düren entlang der Rur ein Schwerpunktvorkommen. Die kontinuierliche Überwachung der bekannten Bestände ist von großer Bedeutung.

Weiterhin betreuen wir wichtige Breitflügelfledermaus Wochenstuben in der StädteRegion Aachen. Auch hier wird ein Schwerpunktvorkommen vermutet.

So spontan wie zeitlich möglich folgen wir Anrufen zur Kontrolle und Beratung bei Fledermausquartieren an Häusern (meist Zwergfledermäuse). Eine sehr zeitaufwendige Arbeit. Wenn es die Zeit erlaubt, führen wir gemeinsam Netzfänge an Quartieren durch. Zusätzlich gehen wir einzeln oder in kleinen Gruppen auf akustische Fledermaussuche, um ein Bild über das Verhalten der Arten in der Landschaft zu gewinnen. An der NABU-Hütte in Merken, wie in der Zitadelle Jülich läuft dauerhaft ein akustisches Fledermausmonitoring. Dieses Jahr hatten wir in Merken aus diversen Gründen leider erhebliche Ausfallzeiten. Zusätzlich haben wir dem Museum Zitadelle Jülich zu seinem 20 jährigen Bestehen bei der dafür ausgerichteten Fledermausnacht unter die Arme gegriffen, mit einem unerwarteten hohen Zustrom von 250 Besuchern.

Vergittertes Winterquartier Arbeitskreis Fledermausschutz NABU Düren
Vergittertes Winterquartier (Foto: NABU/Karl Kugelschafter)

Neben dem Suchen und Überwachen von Quartieren bemühen wir uns um Schutzmaßnahmen für Fledermäuse. Wir beteiligen uns an wichtigen Planungsverfahren und bringen im Vorfeld artenschutzrechtliche Belange bei der Fällung von Bäumen, bei nächtlicher (Straßen) Beleuchtung, sowie bei Beleuchtung von Gebäuden, Grünflächen und anderen Naturflächen und beim Abriss oder der Umgestaltung von Quartieren an und in Gebäuden ein, leider selten mit Erfolg. Noch schwieriger gestaltet sich der Schutz von Flugstraßen und Jagdhabitaten. Hier bestehen vor allem Konflikte mit Windenergieanlagen im Wald oder am Waldrand, mit Straßen(neu)bau und mit der intensiven Bewirtschaftung und dem Verbau von Wasserflächen wie z.B. am Dürener Badesee.

Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit haben, melden Sie sich unter 02423/901346. Bitte denken Sie daran, Fledermausuntersuchungen sind im Sommer Nachtarbeit. Im Winter sind eine gewisse Beweglichkeit und Trittsicherheit in engen, dunklen Räumen erforderlich.


Arbeitskreis Fledermausschutz NABU Düren
Copyright.© 2009 H. Körber AK Fledermausschutz Kreis Düren

Kontaktadresse:

AK Fledermausschutz Aachen, Düren, Euskirchen

(NABU/BUND/LNU)

Leitung: Dr. Henrike und Holger Körber

Am Hofacker 12

52379 Langerwehe

Telefon 02423 901346

mobil 0152 29278456

Email: henrike.koerber{at}freenet.de