Alte Weisheiten der Germanen

Gerichtslinden, Frau Holle und ein Vogel, der Babys bringt

von Lothar Schäkel


Linde Ruinenmauern Frau Holle Klapperstorch Weisheiten Germanen NABU Düren
Linde auf Ruinenmauern (Foto: NABU CEWE Jürgen Schmittdiel)

Die Frau des Göttervaters Odin (oder Wodan) ist Frigg (oder Frau Holle). Ihr war die Linde geweiht. Vor ihren Häusern pflanzten die Bauern eine Linde. Dann konnten die Kinder unter ihrem Schatten spendenden Zweigen spielten und standen damit unter dem Schutz der Göttin. Unter Linden wurde Gericht gehalten. Fliehende fanden darunter Schutz vor Verfolgung.

 

Ihre heiligen Tiere waren Rind und Widder. Bei den Vögeln gehörten Storch, Schwalbe und Kuckuck dazu. Über die Stimme des Kuckuck-Orakels spricht die vielwissende hohe Göttin. Storch und Schwalbe bringen dem Haus als Frühlingsvögel Glück und wo sie nisten, da schlägt der Blitz nicht ein.

 

Wenn die Sonne besonders hell scheint, so sagte man: „Frau Holle kämmt ihre goldenen Haare“. Bei weißen Wölkchen: „Frau Holle treibt ihre Herde auf die Weide“. Bei Schnee: “Frau Holle schüttelt ihre Betten, so dass die Federn fliegen“. Daher der Volksglaube, dass der Storch im Frühjahr die Babys bringt und damit für das Glück und die Fruchtbarkeit in den Familien sorgt.

 

 

So lässt sich immer noch erkennen, dass viele Gefühle und Gedanken an unseren Pflanzen und Tieren sich über Jahrhunderte erhalten haben.


Zitate zu Mensch und Natur

Zitate Mensch Natur Sir David Attenborough Peter Wohlleben NABU Düren
Foto: Eric Neuling

"Die Natur schwindet. Beweise dafür sehen wir auf der ganzen Welt. Es findet schon mein ganzes Leben lang statt. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Wir steuern auf unsere Zerstörung zu."

(Sir David Attenborough, geb. 1926, in seinem Buch: Ein Leben auf unserem Planeten)

 

"Was ist Natur eigentlich? Zählen auch verlassene Tagebaue dazu, auf deren Grund sich Wasser angesammelt hat und wo dann Frösche lautstark quaken?"

(Peter Wohlleben)